Verantwortungsvolles Spielen: Ihre Sicherheit und Gesundheit stehen an erster Stelle

Informationen, Werkzeuge und Kontaktadressen für sicheres Glücksspiel und professionelle Hilfe bei Spielsucht

Wichtiger Hinweis: Glücksspiel kann süchtig machen. Informationen und Hilfe unter bzga.de und der kostenfreien BZgA-Hotline: 0800 1 37 27 00.

Herzlich willkommen auf unserer Informationsseite zum Thema Spielerschutz. Wenn wir über Glücksspiel sprechen, müssen wir ehrlich sein: Es ist eine Form der Unterhaltung, die Risiken birgt. Unsere Philosophie ist eindeutig: Ein Spiel soll niemals zur Belastung für das Leben, die Finanzen oder die sozialen Beziehungen eines Menschen werden. Der Schutz unserer Spieler ist für uns keine gesetzliche Pflichtübung, sondern ein zentraler Bestandteil unseres ethischen Handelns.

Wir möchten, dass Sie informierte Entscheidungen treffen. Auf dieser Seite finden Sie umfassende Informationen, Werkzeuge und Kontaktadressen, die Ihnen dabei helfen, die Kontrolle zu behalten oder sich Hilfe zu suchen, wenn das Spiel kein Spiel mehr ist. Wir orientieren uns dabei strikt an den Vorgaben des deutschen Glücksspielstaatsvertrags (GlüStV 2021) und arbeiten eng mit Experten für Suchtprävention zusammen.

Die Balance halten: Grundsätze der Prävention

Verantwortungsvolles Spielen beginnt im Kopf, lange bevor der erste Einsatz getätigt wird. Es geht um die richtige Einstellung zum Glücksspiel. Es ist essenziell zu verstehen, dass Glücksspiel niemals als Einkommensquelle betrachtet werden darf. Das "Haus" hat mathematisch gesehen immer einen Vorteil; Gewinne sind Zufallsprodukte und nicht planbar.

Um sicherzustellen, dass das Spielen ein harmloses Freizeitvergnügen bleibt, empfehlen wir Ihnen folgende Verhaltensregeln, die sich in der Praxis bewährt haben:

  1. Das Budget steht fest: Setzen Sie sich ein festes Geldlimit, bevor Sie beginnen. Spielen Sie nur mit Geld, dessen Verlust Sie sich problemlos leisten können, ohne dass es Ihren Alltag beeinträchtigt (z.B. Miete, Lebensmittel, Rechnungen).
  2. Keine Jagd nach Verlusten: Der Versuch, verlorenes Geld durch höhere Einsätze oder längeres Spielen zurückzugewinnen ("Chasing Losses"), ist einer der häufigsten Gründe für die Entwicklung von Spielsucht. Akzeptieren Sie Verluste als Teil des Preises für die Unterhaltung.
  3. Zeitmanagement: Setzen Sie sich ein Zeitlimit. Stellen Sie sich einen Wecker oder Alarm. Wenn die Zeit um ist, beenden Sie die Sitzung konsequent, unabhängig vom Spielstand.
  4. Klarer Kopf: Spielen Sie niemals unter dem Einfluss von Alkohol, Drogen oder starken Medikamenten. Auch extreme emotionale Zustände wie Wut, Trauer oder Depression sind schlechte Begleiter für Glücksspiel, da sie die Urteilsfähigkeit trüben.
  5. Pausen einlegen: Machen Sie regelmäßig Pausen, um Abstand zu gewinnen und zu überprüfen, ob Sie noch Spaß haben oder ob Sie nur noch mechanisch spielen.
  6. Soziale Prioritäten: Glücksspiel darf niemals Vorrang vor Familie, Freunden oder beruflichen Verpflichtungen haben.

Warnsignale erkennen: Wann wird es kritisch?

Problematisches Spielverhalten entwickelt sich oft schleichend. Es ist wichtig, die Anzeichen frühzeitig bei sich selbst oder bei Angehörigen zu erkennen. Reflektieren Sie ehrlich über Ihr Verhalten. Folgende Indikatoren deuten darauf hin, dass Sie die Kontrolle verlieren könnten:

Kritische Anzeichen für Spielsucht

  • Gedankenkreisen: Ihre Gedanken drehen sich im Alltag ständig um das nächste Spiel oder vergangene Gewinne, sodass Konzentration auf Arbeit oder Familie schwerfällt.
  • Einsatzsteigerung: Sie müssen immer höhere Beträge setzen, um den gleichen Nervenkitzel oder die gleiche Befriedigung zu verspüren.
  • Entzugserscheinungen: Sie reagieren gereizt, unruhig oder ängstlich, wenn Sie versuchen, das Spielen einzuschränken oder aufzuhören.
  • Realitätsflucht: Sie nutzen das Glücksspiel, um vor Problemen, Einsamkeit, Schuldgefühlen oder Ängsten zu fliehen.
  • Verheimlichung: Sie lügen Freunde oder Familienmitglieder an, um das Ausmaß Ihres Spielens oder Ihre Verluste zu vertuschen.
  • Finanzielle Risiken: Sie leihen sich Geld, verkaufen Eigentum oder überziehen Konten, um weiterspielen zu können.
  • Vergebliche Stopp-Versuche: Sie haben bereits mehrfach versucht, das Spielen zu kontrollieren, zu reduzieren oder aufzugeben, sind aber gescheitert.
  • Rückgewinnungsversuch: Sie kehren oft am nächsten Tag zurück, um Verluste "wettzumachen".
  • Vernachlässigung: Wichtige Hobbys, berufliche Chancen oder Beziehungen leiden unter Ihrem Spielverhalten.
  • Schuldgefühle: Sie fühlen sich nach dem Spielen oft schlecht, schuldig oder beschämt.

Wenn Sie sich in einem oder mehreren dieser Punkte wiedererkennen, raten wir Ihnen dringend, sofort das Spielen einzustellen und professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen.

Der rechtliche Rahmen und Jugendschutz

In Deutschland gilt der Glücksspielstaatsvertrag 2021 (GlüStV 2021). Dieses Regelwerk dient primär dem Schutz der Spieler und der Bekämpfung von Glücksspielsucht. Als seriöser Anbieter halten wir uns strikt an diese Vorgaben.

Ein zentraler Pfeiler ist der Jugendschutz. Die Teilnahme am Glücksspiel ist in Deutschland erst ab 18 Jahren gestattet. Wir führen umfassende Identitätsprüfungen durch, um sicherzustellen, dass keine Minderjährigen Zugang zu unserem Angebot erhalten. Wir empfehlen Eltern zudem den Einsatz von Filtersoftware (wie z.B. NetNanny oder CyberSitter), um den Zugriff auf Glücksspielseiten auf gemeinsam genutzten Geräten zu unterbinden.

Zusätzlich sind wir verpflichtet, das Spielverhalten zu überwachen, um Auffälligkeiten frühzeitig zu erkennen (Früherkennungssysteme). Sollten wir problematisches Verhalten feststellen, sind wir gesetzlich dazu angehalten, den Spieler aktiv anzusprechen und gegebenenfalls Schutzmaßnahmen einzuleiten.

Das OASIS-Sperrsystem: Der wichtigste Notausgang

Ein wesentlicher Bestandteil des deutschen Spielerschutzes ist das zentrale Sperrsystem OASIS (Onlineabfrage Spielerstatus). Dieses System gilt übergreifend für alle lizenzierten Glücksspielanbieter in Deutschland – egal ob Online-Casino, Sportwetten oder Spielhalle vor Ort.

Wie funktioniert OASIS?

Wenn ein Spieler in der OASIS-Datei gesperrt ist, darf kein legaler Anbieter in Deutschland diesen Spieler mehr teilnehmen lassen. Vor jedem Spielbeginn muss ein Abgleich mit dieser Datenbank erfolgen.

Arten der Sperre

Selbstsperre

Sie können sich selbst sperren lassen, wenn Sie merken, dass Ihnen das Spielen schadet. Die Mindestdauer beträgt 3 Monate, kann aber auch individuell länger festgelegt werden.

Fremdsperre

Auch Anbieter oder Dritte (z.B. Angehörige) können eine Sperre beantragen, wenn deutliche Hinweise auf Spielsucht oder Überschuldung vorliegen. Hierbei wird dem Betroffenen vorab Gehör gewährt.

24-Stunden-Sperre (Panik-Button)

Auf jeder lizenzierten Website muss ein gut sichtbarer "Panik-Button" vorhanden sein. Ein Klick darauf löst eine sofortige, kurzzeitige Sperre von 24 Stunden aus, um eine "Abkühlphase" zu erzwingen.

Eine Aufhebung der Sperre erfolgt nicht automatisch nach Ablauf der Frist. Sie muss schriftlich beim Regierungspräsidium Darmstadt beantragt werden.

Weitere Informationen und Antragsformulare finden Sie unter: www.oasis-spiel.de

Technische Hilfsmittel zur Selbstkontrolle

Um Ihnen dabei zu helfen, innerhalb Ihrer Grenzen zu bleiben, bieten wir diverse technische Einstellungsmöglichkeiten in Ihrem Spielerkonto an. Nutzen Sie diese Werkzeuge proaktiv, nicht erst, wenn Probleme auftreten.

  • Einzahlungslimits: In Deutschland gilt ein anbieterübergreifendes monatliches Einzahlungslimit (LUGAS). Sie können dieses Limit für sich persönlich jedoch weiter nach unten anpassen. Einmal gesetzt, greift eine Erhöhung des Limits erst nach einer Wartezeit (meist 7 Tage), während Senkungen sofort wirksam werden.
  • Verlustlimits: Legen Sie fest, wie viel Sie in einem bestimmten Zeitraum (täglich, wöchentlich, monatlich) maximal verlieren dürfen. Ist die Grenze erreicht, können Sie nicht weiterspielen.
  • Einsatzlimits: Begrenzen Sie den Betrag, den Sie pro Spielrunde oder pro Tag insgesamt setzen können.
  • Sitzungszeitlimits (Reality Check): Ein Timer informiert Sie in regelmäßigen Abständen über Ihre Spieldauer und Ihre Gewinne/Verluste. Sie müssen aktiv bestätigen, dass Sie weiterspielen möchten. Dies unterbricht den "Tunnelblick".
  • Temporäre Auszeit (Cool-off): Wenn Sie eine kurze Pause brauchen, aber keine langfristige Sperre wünschen, können Sie Ihr Konto für einen Zeitraum von 24 Stunden bis zu mehreren Wochen ruhen lassen.

Professionelle Hilfe und Beratungsstellen

Niemand muss den Weg aus der Spielsucht alleine gehen. Es gibt in Deutschland ein hervorragendes Netzwerk aus professionellen, kostenlosen und auf Wunsch anonymen Beratungsstellen. Scheuen Sie sich nicht, diese zu kontaktieren – die Berater unterliegen der Schweigepflicht und verurteilen niemanden.

Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA)

Die BZgA bietet umfangreiche Informationen und ein Beratungstelefon.

0800 1 37 27 00

(Kostenlos und anonym)

www.bzga.de
www.check-dein-spiel.de

Auf check-dein-spiel.de finden Sie unter anderem einen fundierten Selbsttest und ein Ausstiegsprogramm.

Landesfachstellen für Glücksspielsucht

Hier finden Sie Hilfe direkt vor Ort oder Online-Beratung:

Anonyme Spieler (Gamblers Anonymous)

Selbsthilfegruppen, in denen sich Betroffene gegenseitig unterstützen. Informationen zu lokalen Gruppen finden Sie online.

Informationen für Angehörige und Freunde

Spielsucht ist eine Krankheit, die nicht nur den Spieler, sondern auch sein gesamtes Umfeld betrifft. Partner, Eltern und Freunde leiden oft massiv unter den Folgen.

Wie erkenne ich Probleme bei anderen?

Achten Sie auf Stimmungsschwankungen, unerklärliche Geldknappheit, Lügen über den Aufenthaltsort oder Rückzug aus dem sozialen Leben.

Was kann ich tun?

  1. Sprechen Sie es an: Suchen Sie das Gespräch in einer ruhigen Minute, nicht während eines Streits. Schildern Sie Ihre Beobachtungen und Ihre Sorgen aus der Ich-Perspektive (z.B. "Ich mache mir Sorgen, weil...").
  2. Keine finanzielle Unterstützung: Es klingt hart, ist aber essenziell: Leihen Sie dem Betroffenen kein Geld und übernehmen Sie keine Schulden. Dies würde die Sucht nur verlängern ("Co-Abhängigkeit").
  3. Holen Sie sich selbst Hilfe: Es gibt spezielle Beratungsangebote für Angehörige. Nutzen Sie diese, um Ihre eigene psychische Gesundheit zu schützen und zu lernen, wie Sie konstruktiv mit der Situation umgehen. Die oben genannten Kontaktstellen (BZgA, Caritas, Diakonie) beraten auch Angehörige.

Fazit: Wir sind für Sie da

Wir wollen, dass Sie bei uns eine gute Zeit haben – aber nicht um jeden Preis. Bitte nehmen Sie die Risiken des Glücksspiels ernst. Nutzen Sie die angebotenen Limits, reflektieren Sie Ihr Verhalten regelmäßig und zögern Sie nicht, die Reißleine zu ziehen, wenn der Spaß aufhört.

Sollten Sie Fragen zu unseren Schutzmaßnahmen haben oder Unterstützung bei der Einstellung von Limits benötigen, steht Ihnen unser speziell geschulter Kundenservice jederzeit zur Verfügung. Wir nehmen das Thema Spielerschutz ernst und unterstützen Sie auf Ihrem Weg zu einem verantwortungsvollen Umgang mit dem Spiel.

Glücksspiel ist nur dann Unterhaltung, wenn man die Kontrolle behält.

Rechtlicher Hinweis:
Glücksspielteilnahme ab 18 Jahren. Glücksspiel kann süchtig machen. Mehr Infos und Hilfe unter www.bzga.de. Wir agieren als offiziell lizenzierter Anbieter gemäß der gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL).